SLA4D-Grid

Service Level Agreements für das D-Grid

Einordnung bezüglich D-Grid

Ziele und Leistungen des Vorhabens
Das Projekt SLA4D-Grid entwirft und realisiert eine Service Level Agreement-Schicht (SLA-Schicht) für das D-Grid. Diese Schicht ist, wie in der Abbildung dargestellt, zwischen der D-Grid Middleware ( gLite, Globus, UNICORE ) und der Benutzerebene des D-Grid anzusiedeln und wird in die bestehende Infrastruktur integriert (unter anderem durch Anbindung an ausgewählte Kern-D-Grid Dienste). Communities können die SLA-Schicht entweder über spezielle Klienten oder aber eine Schnittstelle nutzen. Die SLA-Schicht ist ein Mehrwertdienst und beeinflusst die gegenwärtige Nutzung des D-Grid nicht, greift bei Communities ohne Bedarf nach SLAs nicht in den Betrieb ein und erlaubt somit eine nahtlose Überführung der Resultate aus SLA4D-Grid in den Regelbetrieb.

Die Service Level Agreement-Schicht bietet einzelnen Benutzern, ganzen D-Grid Communities, sowie den Anbietern von D-Grid Ressourcen die Gewährleistung der Ressourcennutzung unter wirtschaftlichen Bedingungen. Zu diesem Zweck werden Dienstgütenachfragen und die korrespondierenden Angebote durch Service Level Agreements verbindlich zusammengeführt. Mittels der SLA-Schicht und unter Zuhilfenahme weiterer D-Grid Dienste wie beispielsweise Monitoring  oder Accounting können SLAs automatisch erstellt, verhandelt und ihre Einhaltung überwacht werden, so dass das D-Grid von akademischen und industriellen Nutzern gemäß ihrer jeweiligen Geschäftsmodelle in einer ökonomisch effizienten Weise genutzt werden kann.

Nutzungsszenarien
Das grundlegende Nutzungsszenario, dass hierbei durch die Definition eines generischen D-Grid SLA implizit unterstützt wird, ist das Anbieten und Nutzen von D-Grid Rechnerressourcen unter wirtschaftlichen Bedingungen. Dieses Nutzungsszenario wird durch die kommerziellen Anwendungsszenarien von Sun Microsystems und der con terra GmbH evaluiert und erweitert.
Des Weiteren werden die folgenden Nutzungsszenarien für Service Level Agreements im Projekt betrachtet und durch die SLA-Schicht unterstützt.

Unterstützung von Geschäftsmodellen
Der Einsatz von SLAs im D-Grid ermöglicht es den Communities durch das Abschließen und die Durchsetzung von Rahmenverträgen neue Geschäftsmodelle zu verwirklichen. Hierzu gehören unter anderem Abrechung von Diensten oder e-Business Szenarien. Dabei wird auf den im D-Grid entwickelten und bereits verwendeten Verfahren und Diensten aufgebaut.

Planung und Reservierbarkeit von D-Grid-Ressourcen
Um Ressourcennutzung wirtschaftlich durchführen zu können, ist es notwendig Werkzeuge zur Planung und Reservierung bereitzustellen. Hier bietet die SLA-Schicht Schnittstellen an, die zum Beispiel Schedulingdienste, wie sie vom Vorhaben DGSI – D-Grid Scheduler Interoperability realisiert werden, im D-Grid genutzt werden können. Die SLA-Schicht stellt allgemein generische Verhandlungsprotokolle zur Verfügung, die dann von anderen Diensten bei der Implementierung der tatsächlichen Verhandlungen verwendet werden können.

Abbildung von Dienstgütegarantien
Eine Reihe von Nutzungsszenarien benötigt Dienstgütegarantien (Quality of Service (QoS) Guarantees). SLA4D-Grid sorgt dafür, dass diese in SLAs abgebildet werden und mittels der SLA-Schicht ausgehandelt und mit Monitoring-Verfahren überwacht werden können.

Fortschrittliche Sicherheitsszenarien
Häufig ist es notwendig, über die reine Autorisierung hinaus, rollenbasiert und fein abgestuft zu entscheiden, welcher Benutzer Zugriff auf welche Dienste oder Daten hat, teilweise unter der Zustimmung zu bestimmten Nutzungsbedingung. SLA4D-Grid stellt hier einen Rahmen bereit, der auf dem Betriebskonzept von D-Grid aufbaut und es ermöglicht, derartige Szenarien im Kontext von Rahmenverträgen und Dienstgütegarantien zu realisieren.

Vorgehensweise
Um die Bedürfnisse der D-Grid Anwender in die SLA-Schicht einfließen zu lassen, sind die D-Grid Communities sowie IT-Dienstanbieter in die Anforderungsanalyse des SLA4D-Grid Projektes eingebunden. Ziel ist es, die SLA-Schicht zum einen generisch zu halten, so dass auch zukünftige Communities sie verwenden können, zum anderen für Referenzcommunities spezielle Nutzungsszenarien zu realisieren. Hierzu sind exemplarisch Communities direkt im Projekt eingebunden. Zudem bringen die Partner ihre Expertise aus anderen Projekten ein, um komplementäre Anforderungen abzudecken und somit weitere Communities einzubinden. Um die verschiedenartigen Anforderungen der unterschiedlichen Gruppen zu erfassen, organisiert SLA4D-Grid eine Reihe von Workshops mit IT-Dienstanbietern sowie den D-Grid Communities.Die SLA-Schicht ist ein Mehrwertdienst, der es den D-Grid Anwendern erlaubt, bisher nicht zu realisierende Geschäftsmodelle umzusetzen. Hierbei ermöglichen Service Level Agreements den wirtschaftlichen Umgang mit Diensten und Ressourcen. SLA4D-Grid schafft eine solche Basis durch die Definition eines generischen, erweiterbaren D-Grid SLAs unter Einbeziehung von IT-Dienstanbietern und der D-Grid Community. Dabei wird die SLA-Schicht als dezentraler Dienst entsprechend den Ansprüchen des D-Grid und der D-Grid Communities ausgeführt. Generell ist die Nutzung des Dienstes für den Benutzer transparent, doch für die besonderen Bedürfnisse einiger Communities werden auch Schnittstellen zur direkten Nutzung des Dienstes realisiert. Zudem wird Wert auf eine möglichst enge Integration in die D-Grid-Infrastruktur  gelegt und auf eine reibungslose Überführung in den Regelbetrieb geachtet.Bei der Realisierung der SLA-Schicht werden Standards möglichst weitgehend angewendet. Besonders zu erwähnen ist hier WS-Agreement, der Standard für SLAs, an dem einige der Partner dieses Vorhabens aktiv mitgearbeitet haben und an dessen Weiterentwicklung sie maßgeblich beteiligt sind. Zudem wird SLA4D-Grid sich an den Arbeiten zu WS-Agreement-Negotiation  sowie OGSA-Resource Selection Service  orientieren. SLA4D-Grid greift, wo immer möglich, auf die bereitgestellte Middleware und bereits existierende Dienste des D-Grid zurück und ergänzt diese als integraler Bestandteil des künftigen D-Grid.