S@M - Services@MediGRID

Service Grid für die biomedizinische Verbundforschung

Die Zielsetzung von Services@MediGRID umfasst die Senkung der Eintrittsschwelle zur Nutzung der Grid Computing-Infrastruktur in den Lebenswissenschaften, basierend auf den Ergebnissen des Vorprojektes MediGRID. Zusammen mit hochkarätigen Partnern aus Industire und Forschung soll somit  ein wichtiger Beitrag für die Nachhaltigkeit  von Grid-Infrastsruktur geleistet werden.

Für die Lebenswissenschaften wurde durch MediGRID in der ersten D-GRID-Förderphase eine organisatorische und technische Grid-Infrastruktur aufgebaut, die durch Services@MediGRID als Projekt der zweiten D-Grid-Förderphase um Bestandteile zur wirtschaftlichen Verwertung ergänzt wird. Dabei wird eng mit Industriepartnern wie Bayer Technology Services und c.a.r.u.s. IT AG zusammengearbeitet.  Ein Hautpaugenmerk liegt hierbei auf der Abrechenbarkeit von Leistungen und darauf basierender Geschäftsmodelle.

Aufbauend auf der MediGRID-Infrastruktur soll ein Markt für Grid-basierte Dienste gestaltet werden. Hierfür wird die vorhandene Infrastruktur um vertikale Komponenten für fachliches Accounting, Konditionen-Management und generisches Billing ergänzt. Damit wird die Grundlage für eine wirtschaftliche Verwertung von MediGRID  und Services@MediGRID geschaffen. Die Komponenten werden fachlich orientierte und vertikal durch alle Grid-Applikationen gehende Schichten bilden.

Aufbauend auf den vertikalen Diensten sollen die Grid-Anwendungen der Lebenswissenschaften so gestaltet werden, dass diese entsprechenden Kunden aus dem akademischen und industriellen Umfeld angeboten werden können. Dabei werden in Zukunft Service Level Agreements zwischen Ressourcenanbietern, Diensteanbietern und -nutzern die Verfügbarkeit der angebotenen Dienste gewährleisten.

Die Nachhaltigkeit der angebotenen Dienste wird durch die Erstellung von zielgruppenorientierten Geschäftsmodellen gestärkt. Diese berücksichtigen die Nutzersicht, welche die übergreifende Zielsetzung beschreibt, die Wertschöpfungssicht, welche die Kette der Wertschöpfung beschreibt, sowie die Kapitalsicht mit konkreten Erlös- und Kostenmodellen.

Die Eintrittsschwelle zur Nutzung der MediGRID-Infrastruktur wird mit Hilfe von Coaching-Angeboten für Nutzer und Anwender gesenkt. Der Bedarf zur optimalen Durchführung des Coachings wurde evaluiert. Das Coaching wird in drei Stufen eingeteilt:

  1. Workshops in Form von Frontalunterricht
  2. Tutoring bzw. so genannte Hands-on Sessions als aktiver Lernprozess anhand von Beispielen
  3. Coaching als begleitender Prozess der Grid-Akteure

Im Rahmen des begleitenden Coachings erfahren die Anwender Unterstützung bei der Anpassung von Anwendungen an die Grid-Umgebung. Hierzu stehen erfahrene Grid-Experten zur Verfügung. Mit der fortschreitenden Entwicklung medizinischer bildgebender Verfahren sowie durch die aktuellen Bestrebungen verschiedenste Daten kombiniert darzustellen werden neue Visualisierungsmethoden benötigt. 3D Visualisierung ist daveu eine Lösung, um die wachsende Menge von Daten auf relevante Informationen komprimiert darzustellen.

Im Rahmen von Services@MediGRID wurden im Jahr 2008 BMBF-Sonderinvestitionen an den drei Standorten Göttingen (Universitätsmedizin Göttingen), Berlin (Chartité und Zuse Institut Berlin) sowie  Heidelberg (Bioquant und Kichhoff-Institut für Physik) getätigt. In Kooperation mit MedInfoGRID (Universität Magdeburg) wurden an diesen Standorten Visualisierungsressourcen angeschafft, mit denen Bedarfe an hochauflösender 3D-Visualisierung in Echtzeit für die Forschung in den Lebenswissenschaften abgedeckt werden. In Abbildung 3 ist der in Göttingen stehende Visualisierungscluster zu sehen. Zusätzlich zu den Rechenressourcen stehen in Göttingen und Berlin autostereoskopische Displays zur Verfügung, welche die optimale dreidimensionale Darstellung ohne weitere Hilfsmittel, wie Brillen, ermöglichen. Initiale Anwendungen sind der Genom Browser von Dr. Tobias A. Knoch (BioQuant Centre/Deutsches Krebsforschungszentrum), Transcriptom von Jochen Hampe (Universitätsklinikum Schleswig-Holstein) und das Point of Care Projekt des UMG. Abbildung 2 zeigt eine 3D-Darstellung des Genom Browsers.

Eine wichtige Aufgabe ist weiterhin die nationale sowie die internationale Disseminierung, um die Möglichkeiten des Grid-Konzepts in einer breiten wissenschaftlichen Anwenderschaft zu etablieren. Als besonders wichtige Werkzeuge sind dafür Coaching und Marketing zu nennen.