Viele Prozesse in Wissenschaft und Wirtschaft lassen sich in die Abschnitte Analyse, Synthese und Verifikation unterteilen. Bei komplexen Problemstellungen wiederholen sich diese Abschnitte zyklisch, bis die gewünschte Lösung erreicht wird. Hinzu kommt die Komponente Management, die für den Ablauf und das Zusammenspiel der anderen Abschnitte verantwortlich ist. Während früher Rechner nur vereinzelt und disziplinspezifisch als Hilfsmittel in diesen Prozessen eingesetzt wurden, zeigt es sich heute, dass die Rechnerunterstützung für viele Disziplinen unverzichtbar ist:
Für diese Beobachtungen lassen sich viele Beispiele aus unterschiedlichen Disziplinen anführen. Daher ist die Informationstechnik zu einem unverzichtbaren Hilfsmittel in der modernen Wissenschaft und Wirtschaft geworden. Trotz der erheblichen Fortschritte der Informationstechnik in den letzten Jahren muss festgestellt werden, dass der Bedarf wesentlich schneller als das Angebot wächst. Dies wird langfristig zu einer steigenden Kostenspirale in Wissenschaft und Wirtschaft führen. Während sich dieser grundsätzliche Trend kaum stoppen lässt, so ist kurz- und mittelfristig eine Erleichterung durch eine höhere Effizienz beim Einsatz von Informationstechnologie möglich, da gegenwärtig viele Rechner und Datenspeicher nur ineffizient eingesetzt werden:
Von großer Bedeutung wird in der Zukunft der zunehmende Bedarf an interdisziplinärer und grenzüberschreitender Planung, Forschung, Entwicklung und Umsetzung werden. Die Vernetzung innerhalb der Wissenschaftsdisziplinen und zwischen verschiedenen Unternehmen bildet die Grundlage für die Realisierung von großen Forschungs- und Entwicklungsprojekten, an denen viele Forschungseinrichtungen unterschiedlicher Disziplinen und viele Unternehmen beteiligt sind. Die entstehenden Interessengemeinschaften haben zwar oft nur kurzfristig Bestand, benötigen in diesem Zeitraum aber Zugriff auf gemeinsam zu nutzende IT-Ressourcen, da zum Beispiel die Verifikation der Einzelkomponenten im Allgemeinen für die Systembewertung nicht ausreicht. Dies führt zu den erwähnten Anforderungen an das IT-Management.
Grundsätzlich stehen auf der Welt und insbesondere in den hochentwickelten Nationen leistungsfähige Netze zur Verfügung, die eine Kopplung der verschiedenen IT-Ressourcen auf einer niedrigen Systemebene erlauben. Dies legt die gemeinsame Nutzung der IT-Ressourcen in Form eines so genannten Grids und damit eine Steigerung der Effizienz nahe. Allerdings gibt es vor allem zwei technische Aspekte, die dieser gemeinsamen Nutzung noch entgegen stehen:
Beide Aspekte sind besonders in Kooperationen zu berücksichtigen, da dann zum Beispiel der Zugriff eines Kooperationspartners auf bestimmte Daten beschränkt sein muss und die Festlegung der Rolle eines Nutzers auch durch das Systemmanagement des Grids unterstützt werden muss.
Der Begriff Grid ist im IT-Bereich nicht genau definiert, sondern erscheint in unterschiedlichen Facetten. Der Name wurde von dem Energienetz (Electrical Powergrid) übernommen, während inhaltlich eine enge Verwandtschaft zu den verteilten Systemen besteht. Gegenwärtig kann man vor allem vier verschiedene Formen von Grids unterscheiden:
Während viele Unternehmen Interesse an dem Angebot spezieller Dienstleistungen in einem Service Grid haben können, ist im Moment nicht zu erkennen, dass einzelne Unternehmen den Aufbau der Gesamtinfrastruktur eines Service Grids intensiv betreiben werden, da die Marktstruktur des Service Grids die Dominanz eines Unternehmens behindert und daher der potentielle Gewinn möglicherweise zu gering ist, um die notwendigen Investitionen zu rechtfertigen. Andererseits werden funktionierende Service Grids dem Standort Deutschland sowohl in der Wissenschaft als auch in der Wirtschaft Vorteile verschaffen, da somit die Bearbeitung komplexer Problemstellungen wesentlich verleichtert wird. Es bietet sich daher an, den Aufbau der Infrastruktur von Service Grids in organisatorischer Hinsicht zunächst über öffentliche Förderung zu betreiben. Weiterhin sollte das Interesse der Wirtschaft an dem Angebot von speziellen Dienstleistungen und Ressourcen zur Steigerung der Systemeffizienz besonders begrüßt werden, auch wenn dies manchmal von herkömmlich angewandten Strukturen in öffentlichen Institutionen abweicht. Diese Dienstleistungen können auch den Betrieb der gesamten Infrastruktur eines wissenschaftlichen Service Grids beinhalten, wenn sich dieses in einem Produktionsstatus befindet.
Während der Bedarf an Service Grids sich über viele Wissenschaftsdisziplinen und Wirtschaftssparten erstreckt, werden die einzelnen Anforderungen in den jeweiligen Bereichen erheblich von einander abweichen. Daher werden insbesondere in der Wissenschaft disziplinorientierte Service Grids eingerichtet, deren Grundstock durch die aktuellen Community-Grids gelegt wurde und die später aus den Community-Grids hervorgehen werden. In der Beschreibung eines solchen Service Grids sollten die beiden folgenden Aspekte unbedingt enthalten sein:
Die Ausschöpfung aller Möglichkeiten dieser Komponenten für ein Ertragsmodell erfordert eine partielle Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen. Schließlich beinhaltet das Geschäftsmodell ein Organisationsmodell oder eine Wertschöpfungsarchitektur, die darstellt, wie das Service Grid aufgebaut ist, um einen nachhaltigen Betrieb zu sichern. Für die Nutzer und Diensteanbieter dient die Wertschöpfungsarchitektur als eine Art Investitionsschutz, da für die Teilnahme am Service Grid zunächst in der Regel Aufwand anfällt, der sich erst über eine längere Beteiligung amortisiert. Für direkte und indirekte Förderer ist es ebenfalls eine Art Investitionsschutz der Fördermittel und kann damit Entscheidungen über die Förderung beeinflussen. Zur Diskussion über Geschäftsmodelle im D-Grid wurde eine einheitliche Terminologie [2] eingefügt, die allerdings inhaltlich die Geschäftsmodelle nicht einschränkt.
Neben diesen für den stabilen Zustand notwendigen Informationen muss in der Aufbauphase eines Service Grids noch spezifiziert werden, welche Kosten für den nachhaltigen Betrieb anfallen, wie viele Nutzer zur Kostendeckung erforderlich sind, wie diese Nutzer des Service Grids gewonnen werden sollen und wann der stabile Betrieb des Service Grid erwartet wird. Aufgrund der notwendigen Mindestzahl von Nutzern wird in der Regel nur ein Service Grid pro wissenschaftliche Disziplin eingerichtet, da ansonsten pro Nutzer zu hohe Kosten anfallen würden. Dies erfordert allerdings vom Betreiber des Service Grids Neutralität sowohl gegenüber den Nutzern als auch den Dienstanbietern.
Während der Aufbau von disziplinorientierten Service Grids aus inhaltlichen und organisatorischen Gründen geboten ist, muss eine Interoperabilität der verschiedenen Service Grids im Sinne eines interdisziplinären D-Grid gewährleistet werden. Daher sollen die verschiedenen Service Grids auf den gleichen Basisdiensten aufbauen und das gleiche Basisbetriebskonzept verwenden. Dies ermöglicht es einem Nutzer bei Start eines neuen interdisziplinären Projektes ohne großen Aufwand von einem Service Grid zu dem Service Grid einer anderen Disziplin zu migrieren. Weiterhin erlaubt diese Interoperabilität auch den Ausgleich von Spitzenlasten über die Grenzen der Service Grids hinweg. Derartige Situationen können zum Beispiel auftreten, wenn große Experimente oder Aufgabenstellungen temporär zu hohen Anforderungen führen, die innerhalb der Disziplin nicht abgedeckt werden können. In solchen Fällen können andere Service Grids oder die Betreiber unabhängiger Ressourcen, wie größere Rechenzentren unterstützend tätig werden. Die Existenz von Basisdiensten und einem Basisbetriebskonzept legt die Bildung einer D-Grid Support Einrichtung (DGSE) nahe, die disziplinübergreifend für die Betreuung dieser Basisdienste und des Basisbetriebskonzeptes verantwortlich ist. Durch die Synergieeffekte gegenüber einer individuellen Betreuung durch die Betreiber der einzelnen Service Grids hat dieses Konzept neben der Kosteneinsparung den Vorteil einer besseren Gewährleistung der Interoperabilität der Service Grids.
Neben den Nutzern, die Service Grids zugeordnet sind, gibt es auch Nutzer ohne eine Service Grid Zuordnung. Dies können zum einen wissenschaftliche Nutzer sein, für deren Disziplin ein Service Grid nicht kostendeckend betrieben werden kann, und zum anderen Nutzer aus der Wirtschaft, die sich grundsätzlich nicht in Form von disziplinorientierten Service Grids organisieren. Im Sinn des wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritts ist es wichtig, dass diese potentiellen Nutzer nicht von der Verwendung des Grids ausgeschlossen werden. Allerdings ist bei den Ansprüchen dieser Nutzer der Kostenaspekt zu berücksichtigen. Daher wird es spezielle Dienste für diese Nutzer nur geben, wenn diese kostendeckend angeboten werden können. Über die allgemeinen von der DGSE angebotenen Dienste können diese Nutzer aber auf Ressourcen, die von unabhängigen Anbietern zur Verfügung gestellt werden, zugreifen. Gleichzeitig sollen diese Nutzer, bei der Bildung von Interessensgemeinschaften in Richtung auf die Gründung eines Service Grids unterstützt werden
Die Betreuung der Nutzer ohne Service Grid Zuordnung wird ebenfalls von unabhängigen Ressourcen- und Diensteanbietern übernommen. Unabhängigkeit der Ressourcen- und Diensteanbieter bedeutet, dass diese Anbieter nicht exklusiv einem Service Grid zugeordnet sind. Neben kommerziellen Anbietern, die ihre Dienste im Sinne von Cloud Computing jedem Nutzer gegen Bezahlung anbieten, wird es sich dabei im wissenschaftlichen Bereich vor allem um universitäre Rechenzentren handeln, die entsprechend ihrem Grundauftrag ihre lokalen Nutzer versorgen. Im Sinne einer Effizienzsteigerung wird erwartet, dass sich diese Rechenzentren zu Interessensgemeinschaften zusammenschließen, um so die Anpassung an die Nutzerbedürfnisse und den Ausgleich von Spitzenlasten zu verbessern. Diese Interessensgemeinschaften erfordern wiederum, dass die beteiligten Ressourcenanbieter gemeinsame Basisdienste und ein gemeinsames Basisbetriebskonzept verwenden. Die Bildung derartiger Interessensgemeinschaften erfolgt wiederum nicht nur unter inhaltlichen sondern wahrscheinlich auch unter politischen Gesichtspunkten. Daher unterliegt sie einer gewissen Dynamik, was den Vorteil einer das gesamte D-Grid umfassenden Definition der Basisdienste und des Basisbetriebskonzeptes deutlich macht. Somit bilden die unabhängigen Ressourcenanbieter eine weitere Gruppe von potentiellen Kunden der DGSE.
Service Grids sind gegenwärtig noch nicht ausgereift. Daher gibt es in diesem Bereich noch vielfältigen Forschungs- und Entwicklungsbedarf, der im Sinne von D-Grid möglichst auf eine schnelle Umsetzung in den Produktionsbetrieb ausgerichtet sein sollte. Es liegt deshalb im Interesse von D-Grid, Entwickler bei der Erzeugung neuer Werkzeuge und Dienste zu unterstützen. Bei disziplinorientierten Entwicklungen sollte dies im Rahmen der jeweiligen Service Grids erfolgen. Dazu gehört das Angebot von Teststellungen zur Überprüfung der Interoperabilität neuer Komponenten mit dem existierenden Service Grid. Ein ähnliches Angebot unterbreitet die DGSE Entwicklern im Bereich der Basisdienste und des Basisbetriebskonzeptes. Auch wenn eine strukturelle Trennung von Dienstangebot und Entwicklung bei der DGSE verfolgt wird, so muss die Bedeutung der Entwicklungsunterstützung im Grid stets betont werden. Obwohl D-Grid zurzeit zu wesentlichen Teilen auf etablierten Komponenten aufbaut, so sind gerade aufgrund der Dynamik in der Gridtechnologie immer wieder Neuentwicklungen und Anpassungen notwendig. Dabei ist es oft effizienter, selbst neue Lösungen zu entwickeln, anstatt auf externe Lösungsvorschläge zu warten. Außerdem werden viele Service Grids im internationalen Umfeld agieren. Aus Kompatibilitätsgründen wird man sich daher besonders bei neuen Grids nicht auf Interoperabilität der verschiedenen verwendeten Komponenten beschränken, sondern bei der Einführung neuer Komponenten eine Vereinheitlichung anstreben. Mit ausgewiesenen Entwicklern bei Gridkomponenten kann Deutschland hier eine Führungsrolle einnehmen, wenn auf Anwendbarkeit und Interoperabilität geachtet wird. Auch aus diesem Grund betrachtet die DGSE Entwickler als eine eigene Kundengruppe und unterstützt diesen Bereich.
Wie im vorherigen Abschnitt dargestellt, besteht D-Grid aus mehreren miteinander interagierenden Strukturen, deren grobes Beziehungsgeflecht ebenfalls erläutert wurde. Die innere Organisation jeder Struktur muss dagegen separat in dem jeweiligen Geschäftsmodell beschrieben werden, da nicht davon auszugehen ist, dass die verschiedenen Service Grids alle in gleicher Weise organisiert sind.
Die DGSE ist nicht als Einzelinstitution geplant. Stattdessen werden die im Geschäftsmodell der DGSE [1] beschriebenen Leistungen verteilt durch im Bereich Grid engagierte Institutionen aus der Wissenschaft und Wirtschaft, das heißt durch D-Grid selbst erbracht. Die Koordinierung und gegebenenfalls Ausschreibung neuer gewünschter Leistungen übernimmt die D-Grid Betriebs- und Entwicklungsgesellschaft, im Weiteren als D-Grid GmbH bezeichnet. Aus Neutralitätsgründen ist die D-Grid GmbH nicht Teil einer der Institutionen, die Dienstleistungen der DGSE erbringen und tritt damit nicht in Konkurrenz zu anderen Institutionen. Stattdessen übernimmt sie Aufgaben, die im Allgemeinen von übergreifendem Interesse in D-Grid sind. Dazu gehört zum Beispiel der Teil der Öffentlichkeitsarbeit von D-Grid, der nicht einzelnen Service Grids oder Institutionen zuzuordnen ist. Grundsätzlich sollen alle am D-Grid beteiligten Institutionen eine direkte oder indirekte Kontrollfunktion über die D-Grid GmbH ausüben. Dazu besteht einerseits die Möglichkeit, als Gesellschafter in die D-Grid GmbH einzutreten. Es wird angestrebt, dass viele größere Institutionen aus der Wissenschaft und Wirtschaft sich so an der D-Grid GmbH beteiligen. Dies gilt insbesondere für die Ressourcenprovider, die vielfach die Dienstleistungen der DGSE erbringen werden. Andererseits soll eine inhaltliche Kontrolle mit Hilfe des Beirats geschaffen werden, der über den SOM-Prozess (Service Offering Management-Prozess, s. u.) die Ausgestaltung der DGSE kontrolliert. Im Beirat sind keine einzelnen Nutzer sondern besonders die Kundengruppen der DGSE beteiligt, die einzelne Nutzer (indirekt) vertreten. Durch die D-Grid GmbH entstehen Overheadkosten, die durch die Kundengruppen der DGSE über ein gegenwärtig noch nicht spezifiziertes Ertragsmodell aufzubringen sind. Daher liegt es im Interesse von D-Grid diese Overheadkosten und damit den Personalaufwand der D-Grid GmbH so klein wie möglich zu halten.
Das Geschäftsmodell der DGSE beschreibt die Nutzungsversprechen der DGSE (oder zunächst des DGI) für die jeweiligen Kundengruppen. Dabei stellt die DGSE keine Hardwareressourcen zur Verfügung. Allerdings ist dies den die DGSE tragenden Institutionen außerhalb der DGSE sehr wohl möglich. Das aktuelle Angebot der DGSE richtet sich nach den jeweiligen Anforderungen ihrer Kunden, das heißt der Service Grids, der unabhängigen Ressourcen- und Diensteanbieter und der Entwickler im Bereich von Basisdiensten und dem Basisbetriebskonzept. Da sich einerseits die Bedürfnisse der verschiedenen Kunden mit der Zeit wahrscheinlich ändern werden und andererseits ein Interesse an Stabilität und Kontinuität besteht, existiert der SOM-Prozess der DGSE [3], über den Änderungen kontrollierend begeleitet werden. Gleichzeitig bietet der Prozess eine Eskalationsinstanz, wenn sich DGSE und Kunden zum Beispiel über die Fortführung der alten Version einer Softwarekomponente nach der Übernahme eines neuen Release nicht im direkten Gespräch einig werden.
Das Angebot der DGSE ist modular aufgebaut, so dass sich die einzelnen Kunden einerseits ihre Unterstützung von der DGSE entsprechend ihrer jeweiligen Bedürfnisse auswählen können und andererseits der hohe Aufwand von kundenspezifischen Angeboten für jeden einzelnen Kunden vermieden wird. Diese Module werden von der DGSE beziehungsweise den an ihr beteiligten Institutionen in Absprache mit den Kunden erstellt. Die DGSE trägt sich durch die Einnahmen von ihren Kunden entsprechend dem Ertragsmodell in ihrem Geschäftsmodell.
Im europäischen Bereich können entweder die D-Grid GmbH oder die einzelnen an D-Grid beteiligten Institutionen als Partner auftreten. Insbesondere wenn mehrere derartige Institutionen sich an einem Projekt beteiligen, kann ein gemeinsames Auftreten unter der D-Grid GmbH vorteilhaft sein, während im Fall von Einzelbeteiligungen die Institutionen wohl besser separat auftreten. Über die Vorgehensweise wird im Einzelfall durch Absprache entschieden. Die D-Grid GmbH vertritt D-Grid als deutsche National Grid Initiative (NGI) bei der European Grid Initiative (EGI). In diesem Zusammenhang können auch Dienstleistungen von anderen europäischen Partnern übernommen werden, wenn dies für D-Grid günstiger ist. Daneben sind einzelne Service Grids, wie zum Beispiel die Hochenergiephysik, sehr breit im internationalen Bereich aufgestellt. In den entsprechenden internationalen Organisationsformen sind diese Service Grids dann direkt vertreten. Zur Sicherstellung eventuell notwendiger Absprachen kann der Beirat der D-Grid GmbH einen internationalen Ausschuss einrichten, an dem sich alle D-Grid Beteiligte mit einer internationalen Komponente direkt oder indirekt beteiligen können.
Der momentan absehbare Zielzustand von D-Grid wurde in den beiden letzten Abschnitten beschrieben. Gegenwärtig besteht D-Grid ausschließlich aus Projekten. Das D-Grid Integrationsprojekt (DGI 2) wird nach seinem Ablauf entsprechend dem Projektplan in die DGSE übergehen. Daher wird schon zu Beginn des DGI 2 Projektes der SOM-Prozess aufgesetzt, so dass bei Ende des Projektes ein kundenorientiertes Angebot besteht.
Die in der ersten Phase gegründeten Service Grids haben während ihrer Projektlaufzeit deutliche Fortschritte insbesondere im technischen Bereich erzielt. Allerdings ist insbesondere im organisatorischen Feld noch erhebliche Arbeit zu leisten. Die bisherige Projektlaufzeit hat ebenfalls gezeigt, dass es zwischen den verschiedenen Service Grids erhebliche Unterschiede gibt, wie bereits erwähnt wurde. Daher ist es illusorisch, Lösungen zu erwarten, die für alle Disziplinen und Service Grids gleichermaßen passen. Vielmehr sind allgemeine Rahmenverfahren zu unterstützen, die dann von den jeweiligen Service Grids geeignet angepasst werden können. Daher bietet gerade die Vielfalt der verschiedenen Anforderungen der am D-Grid beteiligten Disziplinen die Möglichkeit, Verfahren mit einer großen Flexibilität zu entwickeln, von denen alle Service Grids profitieren können.
Weiterhin ist es in der Projektphase sehr vorteilhaft, dass nicht alle Disziplinen bei der Gridnutzung den gleichen Entwicklungsstand erreicht haben. So lassen sich Griderfahrungen von einer bezüglich der Gridnutzung fortgeschrittenen Disziplin leichter auf andere Disziplinen übertragen, die weniger Erfahrung mit Grids haben. Allerdings führt dies auch dazu, dass der Entwicklungsprozess bei Grids etwas langsamer abläuft, da vielfach nach generischen und nicht nach disziplinspezifischen Lösungen gesucht wird. In der Betriebsphase, bei der die einzelnen Service Grids für die von ihnen bei der DGSE angeforderten Dienste selbst aufkommen müssen, ist so etwas nicht ohne explizite Absprache möglich. Aus diesem Grund führt die DGSE nur Anpassungsentwicklungen durch. Die Übernahme von Entwicklungsaufgaben durch die die DGSE tragenden Institutionen außerhalb der DGSE bleibt davon unbenommen, sondern ist im Gegenteil explizit erwünscht. An dem Aufbau von Gridinfrastrukturen in Deutschland und in Europa sind neben EGI und D-Grid noch andere Projekte oder Initiativen beteiligt, wie zum Beispiel DEISA (Distributed European Infrastructure for Supercomputer Applications). Die Beziehung von D-Grid und der DGSE beziehungsweise der D-Grid Gesellschaft zu diesen Initiativen muss noch ermittelt werden.
D-Grid hat sich in der Übergangsphase besonderen Herausforderungen zu stellen:
Langfristig soll mit D-Grid eine Infrastruktur geschaffen werden, an der sich ein Großteil der IT-Dienstleister und Ressourcenanbieter beteiligen, um einer sehr breiten Palette von Nutzern ein vielfältiges Angebot an Diensten zu unterbreiten. Die Nutzer wiederum schließen sich nach ihren Bedürfnissen und Interessen zu virtuellen Organisationen zusammen, die ein kooperatives Arbeiten und die gemeinsame Verwendung der benötigten Ressourcen ermöglichen. Für die Nutzer bleibt die komplexe Infrastruktur dagegen weitgehend unsichtbar. Weiterhin unterstützt die D-Grid Infrastruktur eine nahtlose Integration in die internationalen Forschungsverbünde und erlaubt eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Wissenschaft und Wirtschaft. D-Grid versteht sich als eine offene Infrastruktur, die andere Initiativen mit einem besonderen Bedarf an IT-Dienstleistungen bei der Kooperation zwischen Anbietern und Nutzern oder mit anderen Initiativen unterstützt und damit die Funktionsfähigkeit und Effizienz dieser Initiativen fördert. Im Endzustand soll D-Grid verhindern, dass Nutzer in Deutschland durch technische oder administrative Hindernisse beim Zugriff auf die gewünschten IT-Dienstleistungen beeinträchtigt werden.
[1] Geschäftsmodell Deutsche Grid Support Einrichtung (DGSE), www.d-grid.de >Intern >Download/Upload >Steuerungsausschuss://interne Dokumente
[2] Nachhaltigkeit im D-Grid, www.d-grid.de >Intern >Download/Upload >Steuerungsausschuss://interne Dokumente
[3] Service Offering Management-Prozess, www.d-grid.de >Intern >Download/Upload >Steuerungsausschuss://interne Dokumente
Der Begriff Service Grid wurde für dieses Dokument zur inhaltlichen Unterscheidung zu anderen Gridformen eingefügt. Ein Service Grid beinhaltet verschiedenen von einander unabhängige Nutzer und Anbieter von Ressourcen. Es unterstützt kooperatives Arbeiten zwischen mehreren Teilnehmern des Service Grids.